Biosphärenreservat Südost-Rügen

Selliner See - Blick auf Sellin. Foto AH
Selliner See - Blick auf Sellin.

Es ist nicht verwunderlich, dass Sellin eine offizielle Partnergemeinde des Biosphärenreservates Südost-Rügen. Denn das Ostseebad gehört zu den wenigen Orten auf Rügen, die komplett im Biosphärenreservat liegen. Außerdem gelten gleich drei Gebiete der Gemeinde als besonders schützenswerte „Kernzone“: die Küstenzone an der Granitz, der „Schwarze See“ mit seinen moorigen Randgebieten und das Kesselmoor „Große Wiese“. Doch auch die Having, der Neuensiener See mit seinem Hügelland und das Westufer des Selliner Sees gehören zu den Besonderheiten und werden der „Pflegezone“ zugeordnet.

Der Wald der Granitz zwischen Binz, Sellin und Lancken-Granitz gelegen, ist eines der größten und ältesten Waldgebiete der Insel Rügen. In dem Naturschutzgebiet blühen Leberblümchen, Maiglöckchen und Schlüsselblumen – auch die Kegelrobbe, der Kammmolch und die schmale Windelschnecke sind dort zuhause. Typisch für die einzigartige Küstenregion sind auch die Blockstrände. Sie entstanden durch Küstenabbrüche, nachdem die Brandung das Steilufer nach und nach angegriffen hatte. Die See nahm alles mit, bis auf die die riesigen Findlinge. Auch heute noch kann man sie nördlich des Selliner Badestrandes erleben.

Das Biosphärenreservat Südost-Rügen ist eine von 15 Modellregionen in Deutschland. Nur Kulturlandschaften, in denen die Naturlandschaft vielseitig und intakt ist, werden in das weltweit tätige Programm aufgenommen. Dabei geht es darum, die biologische Vielfalt zu erhalten, eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu fördern und Angebote für die Umweltbildung zu entwickeln. Derzeit gibt es in 120 Ländern weltweit insgesamt 669 Biosphärengebiete.

Das Biosphärenreservat Südost-Rügen zwischen Putbus, Binz und Thiessow wurde 1991 durch die UNESCO als anerkannt, weil sich hier auf kleinstem Raum unterschiedliche typische Landschafts- und Küstenformen wiederfinden. Blockstrand und Boddenküste, Buchenwälder und Steilküste, Moore und Sümpfe, Wiesen und Trockenrasen konnten sich in dem rund 23.000 Hektar großen Gebiet entfalten. Seit rund 5.000 Jahren hat zudem der Mensch diese Landschaft genutzt und kulturell entwickelt. Er hat Ackerbau betrieben, gefischt und Dörfer gegründet, aber auch Felder bestellt, Herrenhäuser und Hotels im Stil der Bäderarchitektur errichtet. Größtenteils im Einklang mit der Natur.

Die harmonische Beziehung zwischen Natur und Kultur machen diese Region im Südosten der Insel Rügen zu einem beliebten Ferienziel. Wandern, Radfahren und Naturerlebnis bilden neben den Badefreuden an kilometerlangen Stränden für die Gäste ein starkes Reisemotiv. Damit das so bleibt und Ökonomie und Ökologie auch weiterhin in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, entwickelt die Gemeinde Sellin nun gemeinsam mit dem Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen konkrete Projekte. Schon jetzt können Gäste mit dem Ranger auf geführte Wanderungen gehen, Kinder und Jugendliche können Junior-Ranger werden und dabei wichtige Aufgaben für den Naturschutz erfüllen.

 

Partnergemeinde des Biosphärenreservates Südost-Rügen

 

Das Biosphärenresevat Südost-Rügen Video

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