Ruderfähre von Moritzdorf

Wo man den letzten Fährmann der Insel Rügen trifft

Als um 1890 Menschen und Güter mit einer Ruderfähre über die Baaber Bek gebracht werden mussten – da war dies Alltag. Heute ist der Fährmann, der Urlauber mit Muskelkraft übersetzt, etwas Besonderes. Kay-Uwe Strandmann ist ein starker Rüganer, der die Tradition mit Hingabe pflegt. Zum Wiesenfest beim Fährmann wird das ordentlich gefeiert.

Krafttraining wie nebenbei

Nur 40 Meter muss Kay-Uwe Strandmann von Moritzdorf nach Baabe bewältigen. Doch wenn das Boot mit 15 Fahrgästen voll besetzt ist, dann kosten die rund 24 Ruderschläge ihn richtig viel Kraft. Diese müssten andere im Fitness-Studio mühsam aufbauen, er bekommt sie quasi nebenbei. Für seinen Job hat Strandmann sogar eine Prüfung abgelegt und besitzt eine offizielle „Fährberechtigung“ für seinen privat organisierten Fährverkehr mit fröhlichem Erlebniswert.

Keine Umwege durch das Hügelland nötig

Ohne Strandmann müssten Ausflügler acht Kilometer um den Selliner See herumfahren, um nach Baabe zu gelangen. Doch die Ruderfähre ist auch die perfekte Möglichkeit zur Entschleunigung. Im Sommer ist der Fährmann oft von morgens bis Mitternacht unterwegs. Wenn es ruhig ist, findet man ihn in seinem Fährbüro – einer einfachen Holzhütte am Wasser oder man läutet die Glocke. Strandmann setzt seinen Ruderkahn nach Bedarf in Gang und nur bei extremem Hochbetrieb schmeißt er den kleinen Motor an.

Ausflug zu den Selliner Ortsteilen

Die Fähre ist schön, die Fähre ist lustig – doch sie ist auch eine praktische Möglichkeit von Sellin und Baabe aus schnell zu den naturverbundenen und ursprünglichen Ortsteilen Sellins zu kommen. Eine kleine Tour oder ein Spaziergang zum Baaber Bollwerk und schon ist man da.  Auch die anderen Sehenswürdigkeiten sind von hier aus zu erreichen: die Mühle in Altensien, der Hafen von Seedorf oder die Großsteingräber in Lancken-Granitz.

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