700 Jahre Altensien Neuensien

1318 als Antiqua Swertzin erstmals in der Roskilder Matrikel erwähnt begehendie kleinen Dörfer Altensien und Neuensien, zwei von insgesamt vier Ortsteilen des Ostseebades Sellin, dieses Jahr ihren 700. Geburtstag. Und das soll gefeiert werden!

Rund um die alte Bockwindmühle im Ort zelebrieren zu Pfingsten, am 20. und 21. Mai jeweils ab 13 Uhr die Einheimischen gemeinsam mit ihren Gästen dieses besondere Jubiläum.

Lebte Altensien früher vor allem von der Landwirtschaft, so ziehen heute mit Rohr gedeckte Fachwerk- und Backsteinhäuser, die Abgeschiedenheit und die Natur Urlauber und Radwanderfreunde an. Als Ausflugsziel beliebt ist die im Jahre 2006 nach historischem Vorbild errichtete Bockwindmühle. Eine Ausstellung erzählt über die Geschichte des Mühlenwesens auf Rügen, das einst die Insellandschaft prägte.

Herkunft und Bedeutung des Namens sind nicht sicher bekannt. Der Name geht auf den slawischen Wortstamm swar, sweroder svirt zurück und könnte sich auf die wald- und wildreiche Gegend beziehen. Möglich ist jedoch auch eine Bedeutung im Sinne von Grille.

Später wurde der Ort als Olden Swertzin urkundlich als Besitz der Herren zu Putbus erwähnt. Diese verkaufen den Ort an die Familie von Jasmund. Heinrich von Jasmund auf Sagard verkaufte es 1455 an das Kloster Eldena für 900 Mark. Es folgte ein Verpfändung der Restflächen von Nikolaus von Putbus um 1468 für 1200 Mark, er behielt sich aber eine „Löse“ an seinen Schwiegersohn Erasmus Steinweg (Bürgermeister von Stralsund) vor. Diese Löse (Bezahlung der Pfandsumme) scheint beglichen worden. Danach verloren sich die Nachrichten als Klosterbesitz.

In Neuensien, nun ebenfalls 700 Jahre alt, betrieben die Einwohner seit dem Mittelalter Kornschifffahrt. Sie segelten die Ernte ihrer Äcker hinüber nach Stralsund, hatten sie doch den Naturhafen direkt vor ihrer Haustüre und lösten somit ihre Dienste gegenüber der Grundherren ab.

Eine interessante Geschichte, auf die die Altensiener und Neuensiener zu Recht stolz sein dürfen und die es die-ses Jahr in besonderer Weise zwei Tage zu Feiern gilt!

20.-21. Mai – Programm

Sonntag, 20. Mai
13 Uhr Eröffnung durch den Bürgermeister und die Tourismusmanagerin
13 Uhr Gerhard Parchow liest aus dem Manuskript der Festschrift
bis 23 Uhr kulturelles und kulinarisches Programm, Kinderspielen, Mühlenführung, Kunst und Handwerk, Musik und Tanz

Montag, 21. Mai
13-18 Uhr Es wird weiter gefeiert.

Unsere Gäste erwartet:
Fritz Buschner’s Show Band, Live-Musik mit Markus Skrzepski und Sascha, DJ Frank, Volkschor und Mönchguter Trachtengruppe, Kinderanimation mit Hüpfburg, Bastelstraße, Schmink- und Tattoo-Station, Pony-Reiten, Puppentheater, Lesestunde. Zum Naschen gibt es natürlich Fisch in Form von Suppe und Matjes mit Bratkartoffeln, aber auch Wurst vom Grill, Waffeln und Crêpes sowie leckeren Blechkuchen vom Selliner Treppenbäcker