Museum Seefahrerhaus

Was macht der Seemann, wenn er verliebt ist? Er bastelt.

Seit 2010 besitzt das Ostseebad Sellin ein einzigartiges Museum, das die Seefahrer der Region in den Mittelpunkt stellt. Wie andere Museen dieser Art, ist es in besonderer Weise geeignet Leben und Arbeiten der Menschen auf Rügen auf anschauliche Weise zu vermitteln. Kernbestand des Museums ist die Sammlung des Selliner Ortschronisten Gerhard Parchow. Mit Engagement und Zielstrebigkeit hat er kleine Schätze gesammelt, um sie der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dabei ging es ihm weniger um Objekte, die teuer gehandelt werden, als um aussagekräftige Gegenstände aus dem Alltag. Der mit Schilfrohr gedeckte Neubau in traditioneller Bauweise entstand dort, wo einst ein Vorgängerbau gestanden hatte. Der Selliner Christian Richert hatte 1751 den alten Katen vom Zimmermanns Grahl für 30 Reichstaler geerbt und auch dessen Tochter geheiratet. In einer liebevoll gestalteten Ausstellung werden die Arbeitsgeräte der Fischer und Bootsbauer, alte Navigationsgeräte, Schiffsmodelle, Gemälde und Mobiliar gezeigt. Zu den Besonderheiten gehören sicherlich die Seefahrersouvenirs aus fernen Ländern. Unter anderem ist eine umfangreiche Sammlung bunt bedruckter englischer Bildkeramik des 19. Jahrhunderts zu sehen. Einen Höhepunkt stellt das amerikanische Logbuch von 1886 dar. Wer mehr erfahren möchte, kann sich mit Hilfe eines Touch-Screen Monitors durch den Raum führen lassen. Doch auch der Ortschronist ist jederzeit bereit Auskunft zu geben.

Auch Fossilien sind im Museum zu sehen!

Im Dachgeschoss des Hauses befindet sich unter dem Titel „Versteinertes Leben – Fossilien von der Insel Rügen“ eine weitere Ausstellung, die der Sammler Uwe Kankel aus Seedorf zusammengetragen und wissenschaftlich aufbereitet hat. Wer gelegentlich selber mit offenen Augen durch die Rügener Landschaft streift, der kann hier erfahren, welche Schätze es gibt und was sich hinter den oft unscheinbaren Formen verbirgt.
Des Weiteren kann eine Ausstellung zur Ur- und Frühgeschichte, als auch zur Historie des Ostseebades, mit persönlichen Fundstücken aus der näheren Umgebung bewundert werden.
Außerdem verwaltet das Museum den Nachlass des Volkskundler Dr. Wolfgang Rudolph aus Berlin, der sich insbesondere mit der Seefahrer- und Fischergeschichte an der Ostsee beschäftigt hat. Das Museum Seefahrerhaus ist direkt am Selliner See gelegen. Der Radweg führt am Wasserwanderrastplatz und dem Selliner entlang und daher auch am Museum Seefahrerhaus vorbei. Auch Wanderer können das Museum gut erreichen. Vom Haltepunkt der Schmalspurbahn „Rasender Roland“ ist es nicht weit. Wer mit dem PKW anreist, kann den Wagen entweder direkt am Museum oder auf dem zentralen Parkplatz am Seepark Sellin parken.

Museum Seefahrerhaus
Seestraße 17 b
18586 Ostseebad Sellin
Telefon +49 38303-371105

Öffnungszeiten – ganzjährig

Eintritt frei

Dienstag – Sonntag 10-16 Uhr
Letzter Einlass 15.30 Uhr
Montag und Feiertag geschlossen

Veranstaltungen im Museum

Lichtbildervortrag – ganzjährig
jeden Dienstag 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr
„Vom Bauerndorf zum Ostseebad“
Eintritt mit Kurkarte kostenlos, ohne 4 €

Lichtbildervortrag – Juni bis September
jeden Donnerstag von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr
„Das Ostseebad in der Grube – eine archäologische Zeitreise zu den Anfängen des Ostseebades Sellin“
Eintritt mit Kurkarte kostenlos, ohne 4 €

Ortsführung Ostseebad Sellin

ganzjährig, jeden Mittwoch, 10.30-12.30 Uhr
mit dem Leiter des Museum Seefahrerhaus Michael Parchow
Treffpunkt: Kurverwaltung Warmbadstraße 4, Sellin
mit Kurkarte kostenlos, ohne 3 €
ab 6 Personen

Führung und Vortrag an der Bockwindmühle mit zünftigem Brot backen

Mai bis September, jeden Mittwoch, 13-15 Uhr
Bei schlechtem Wetter fällt die Veranstaltung leider aus.
An der Bockwindmühle in Altensien wird jeden Mittwoch im Sommer der Sauerteig nach altem pommerschem Rezept ordentlich durchgeknetet und aus ihm geformte, leckere Brote eins nach dem anderen in den Holzbackofen geschoben. Ein bisschen sieht die Altensiener Bockwindmühle aus, wie ein Kind sie malen würde. Das kantige Mühlenhaus steckt auf einem hölzernen Bock, oben gibt es vier Flügel und an der Seite einen langen Hebel, mit dem man die ganze Mühle in den Wind drehen kann. Doch ihre einfache Konstruktion war ein frühes Wunderwerk der Technik, das mehr Einfluss auf die Kulturgeschichte der Insel Rügen hatte, als man glauben möchte. Wer aus Getreide Korn machen konnte, der hatte Macht und Wohlstand. Unter der Herrschaft der Fürsten zu Putbus, waren die kleinen Bauern verpflichtet, ihr Getreide beim örtlichen Müller zu mahlen – und dieser erhielt dafür seinen Anteil. Ob das immer richtig bemessen war, konnte schlecht kontrolliert werden. Darum hatten die Müller nicht immer einen guten Ruf. Um 1700 schlossen die Müller der Insel Rügen sich zum „Rügenschen Mülleramt“ zusammen. Wenn es in der Zunft Streit gab, sorgte ein unabhängiger Schiedsherr für Ordnung. Dazu traf man sich auf den so genannten „Morgensprachen“. Dabei wurde mit tonnenweise Bier pfundweise Rindfleisch ordentlich gefeiert, wie alte Verpflegungslisten beweisen.