Ortsführung durch Sellin

Bäderarchitektur Sellin Wilhelmstrasse
Bäderarchitektur Sellin Wilhelmstrasse

Ortsführung durch Sellin auf Rügen

Der Selliner Ortschronist Gerhard Parchow führt durch die Wilhelmstraße. Er begleitet seine Gäste vom ehemaligen Warmbad aus zur berühmten Seebrücke und entlang prachtvoller Villen im Stil der Bäderarchitektur über die Wilhelmstraße.
Hier AUDIOGUIDE zum kostenlosen anhören und mitnehmen: audioguide.ostseebad-sellin.de

Gerhard Parchow ist der beste Kenner der Geschichte des Ostseebades Sellin auf Rügen. Der Ortschronist wurde in Sellin geboren, seine Vorfahren waren seit dem 15. Jahrhundert Fischer und Bauern und auf der Halbinsel Mönchgut. Seine Ortsführung ist etwas Besonderes, weil er viel zu erzählen hat, das nicht im Reiseführer steht. Badeleben und Bäderarchitektur, Kurhaus und Seebrücke, Warmbad und Wilhelmstraße – zu jeder Station kennt er eine interessante Anekdote.

Die Führung wird ab Juni 2017 von seinem Sohn Michael fortgeführt. Doch hier hören wir den „Gralshüter der Selliner Geschichte“ persönlich. Er beginnt am früheren Warmbad des Ostseebades Sellin, wo heute die Kurverwaltung ihre Gäste empfängt. Einst wurden die Badewannen im früheren Warmbad mit erhitztem Meerwasser befüllt. „Mare Sanat“ lautete das Motto, mit dem die Heilkraft der Ostsee an die Gäste weitergegeben wurde.

Eine Bannmeile schützte badende Damen vor neugierigen Blicken

Am Selliner Kurplatz mit Kurhaus und Blick auf die Seebrücke verweilt die Führung etwas länger. Das Wahrzeichen der Insel Rügen ist die „Grand Old Lady“ der Bäderarchitektur auf Rügen und sie hat schon viel erlebt. 1906 erbaut, wurde sie mehrfach durch Wind und Wetter zerstört. Zuletzt blieb nur noch eine Tanzgaststätte übrig, in der auch Rock ‘n Roll gespielt wurde. Einst sicherte eine „Bannmeile“ von 50 Metern die Badehäuser der Damen vor neugierigen Blicken. Erst 1921 kam in Sellin das „Freibaden“ in Mode.

Der Fürst machte aus einem grünen Steg die Prachtallee der Wilhelmstraße

Der Fürst zu Putbus hatte 1895 die Idee, das Ostseebad zu erbauen. So wurde aus dem einstigen „Grünen Steg“ die Prachtallee der Wilhelmstraße. Als erstes Hotel in der neuen Straße entstand 1896 das „Hotel Fürst Wilhelm“ – das spätere Kurhaus. Es war zu allen Zeiten das erste Haus am Platz. Heute übernachten hier Hochzeitsgesellschaften, nachdem die Trauung auf der Seebrücke stattgefunden hat. Nach und nach entstanden die Pensionsvillen im Stil der Bäderarchitektur. Viele von ihnen stehen unter Denkmalschutz und wurden nach der Wende liebevoll restauriert.

Von Albert Einstein, einem ertrunkenen Kapitän und Schlange stehen im Haus Sellin

Am Beispiel unterschiedlicher Häuser in der Wilhelmstraße berichtet Gerhard Parchow von den Anfängen und der Entwicklung der Bäderarchitektur in Sellin. Auch wenn sich historische und neu erbaute Villen in der Wilhelmstraße abwechseln, bestimmt doch die strahlend weiße Bäderarchitektur ihren Charakter. Mit ihren Erkern, Türmchen und Veranden versprüht sie den Charme der Vergangenheit und vermittelt jedem, der die Promenade entlang spaziert ein Gefühl für die Leichtigkeit des Seins.

Wer persönlich an einer Ortsführung teilnehmen möchte, der kann von Anfang Juni bis Ende Oktober um 10 Uhr dabei sein. Treffpunkt ist die Kurverwaltung in der Warmbadstraße gegenüber dem Kurpark.

Hinweis für die individuelle Entdeckungstour mit dem Audioguide: Weil der Datenempfang in der Wilhelmstraße schwach ist, wird empfohlen, die Tour vorher per APP auf das eigene Mobilgerät herunterzuladen.