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100 Jahre Feuerwehr Sellin
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1945 Bürgermeister Kunert und Otto Kempe haben das Feuerwehrfahrzeug Mercedes an die Besatzungsmacht abgeliefert. Das Auto steht lange Zeit neben der Villa Rügen (zeitweise die russische Kommandantur) in der August-Bebel-Straße.
1946 Es brennt in einem Schuppen, der von Flüchtlingen bewohnt wird. Auf den durch Hornsignal und Sirene gegebenen Alarm, kommen kein Feuerwehrmann und auch keine Hilfsmannschaften. Die Motorspritze kann nicht ausrücken, weil die Wehr kein Auto mehr besitzt.
Auf Befehl des Inselkommandanten werden mit sofortigem Vollzug, Charakteristiken der Mitglieder der FFw in doppelter Ausfertigung vom Kreisverband angefordert.
Endlose Flüchtlingsströme und damit einher gehende Übervölkerung in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg, machen die Sicherung der Ernährung für die Bevölkerung zur vorrangigsten Aufgabe. Viele staatliche Maßnahmen sind daher auf den Schutz der Ernte abgestimmt. Gleichzeitig bilden sich stalinistische Strukturen, sowohl in der Überwachung aller Lebensbereiche der Bevölkerung, als auch beim Feuerschutz heraus.
1947 Durch die Landesverwaltung sind die Landräte aufgefordert, in den Kreisen Brandschauen durchzuführen. In jeder Gemeinde ist einen Mann einzusetzen, der die Brandsicherheitsmassnahmen zu überprüfen hat.
Feueralarm in Alt Reddevitz am 11. Januar um 17.30 Uhr. Die Selliner Wehr rückt eine dreiviertel Stunde später aus, erst nachdem ein Fahrzeug als Vorspann für die Spritze besorgt worden ist. Die Wehr kam leider zu spät.
Nach einer Erklärung in der Landeszeitung vom 18.Januar, muss in jedem Ortspolizeibezirk eine leistungsfähige und den örtlichen Verhältnissen entsprechend ausgerüstete Feuerwehr vorhanden sein. Sind mehrere Gemeinden zu einem Ortspolizeibezirk zusammengefasst, so haben Gemeindevorsteher, Brandschauer und Feuerwehrführer für genügend Feuerschutz zu sorgen.