Hafen Seedorf

Hafen Seedorf – Naturidylle bei Sellin mit Tradition

Wer mit dem Schiff kommt, erreicht den Naturhafen Seedorf vom Rügischen Bodden aus über die Having und die Lanckener Beek. Von hier aus haben Segler einen direkten Zugang zum beliebten Segelrevier Südost-Rügens mit seiner vielgestaltigen Küstenlandschaft. Doch auch Feriengäste ohne eigenes Segelboot fühlen sich hier wohl – liegt das Dorf doch in einer der schönsten Gegenden der Insel Rügen. In Seedorf schaut man dem Fischer beim Räuchern zu, beobachtet Yachtratten am Steg oder die Wasservögel in der Luft. Ein Ausflug in das Selliner Hügelland oder ins nahe Ostseebad Sellin mit Strand, Seebrücke und Bäderarchitektur sind willkommene Abwechslungen. Aus früheren Fischerkaten wurden moderne Ferienquartiere. In bodenständigen Gaststätten genießt man das traditionelle Leben. Zu den sommerlichen Hafenfesten reisen Gäste von der gesamten Insel Rügen an.

Fast hätte es Seedorf gar nicht gegeben!

Wenn der schwedische König Gustav IV. Adolf 1806 nicht Schwedisch-Pommern mit Rügen zur schwedischen Provinz gemacht und die Leibeigenschaft aufgehoben hätte, dann hätten die Selliner 2010 nicht ihr großes Jubiläum feiern können. „Wohin mit den ganzen Leuten“, muss sich Fürst Malte zu Putbus besorgt gefragt haben. Denn 1809 lässt er verkünden, dass an der Lanckener Beek ein neues Dorf entstehen soll. 1843 zählt es bereits elf Häuser. Zehn große Boote und eine Jacht dienen dem Broterwerb. Trotzdem wäre Seedorf wohl auch nach 1860 das kleine verträumte Dorf mit Naturhafen geblieben, wenn nicht der Selliner Bootsbauer Joachim Krüger den Wert der Lanckener Beek als idealen Werftstandort erkannt hätte. Sein Sohn Georg und danach der Enkel Richard, ein begnadeter Schiffskonstrukteur, erweitern die Werft. Zum größten Ereignis wird am 1. Mai 1910 der Stapellauf der „Fürstin Marie zu Putbus“. Der Binzer Bauunternehmer Moritz Koldevitz, übernimmt 1912 die traditionsreiche Werft. Staatliche Einflussnahme beschert dem Familienunternehmen einen Betriebsleiter und später die Umwandlung zum VEB Wasserbau Seedorf. Nach der Wende gibt es zwar keine Werft mehr in Seedorf, doch zunehmend entdecken ruhesuchende Feriengäste das Dorf.